Schaut mal, "Paula Print" war da!
Die Kinder des Roßbacher Kindergartens St. Laurentius entdecken einmal in der Woche die Natur

Eine kleine Gruppe Kindergartenkinder hat sich um einen durchsichtigen Becher versammelt. Darin windet sich ein Regenwurm. Ein Junge schaut ihn sich mit einer großen orangenen Lupe genauer an.
Alle sind fasziniert von dem winzigen Tier, das sie im Waldboden entdeckt haben. Ich darf über die Schultern der Kinder schauen und staune: „Wow, so sieht ein Wurm also in Vergrößerung aus.“
Heute bin ich im Wald unterwegs. Dorthin kommen die Kinder des Kindergartens St. Laurentius in Leidersbach Ortsteil Roßbach (Kreis Miltenberg) einmal in der Woche einen halben Tag lang – und das bei jedem Wetter. Die restliche Woche verbringen sie ganz normal im Kindergarten.
„Willkommen auf unserer Hügelhöhle“, so hat mich die Erzieherin Katja Wolfert (43) begrüßt, als ich den Platz im Wald betreten habe. Zwischen den Bäumen stehen Holzbänke und -hocker, auf die sich die Kinder zum Beispiel beim gemeinsamen Frühstück setzen. Es gibt auch einen Holzesel, auf dem man reiten kann. Dieses schöne Waldstück hat die Gemeinde dem Kindergarten zur Verfügung gestellt.
Gelber Bauwagen
Wenn das Wetter schlecht ist, können sich die Kinder mit ihren Betreuerinnen in einem gelben Bauwagen zurückziehen. Darin gibt es einen großen Tisch mit einer langen Eckbank und auch eine Heizung.
Aber an diesem Tag im Mai ist das Wetter viel zu schön, um im Bauwagen zu sitzen. Draußen gibt es so viel zu entdecken! Die Kinder haben mich gleich ins Herz geschlossen und führen mich begeistert herum.
Julian und Valerie klettern zwischen zwei Baumstämmen nach oben, die anderen reichen Laub und einen großen Haufen zusammen. Vorher haben die Kinder sogar schon Spuren von Rehen entdeckt.
Ich tobe gerne herum, grabe Löcher und baue Tipis mit Ästen und Blättern“, berichtet Julian. „Im Wald ist man an der frischen Luft, kann das Vogelgezwitscher genießen und die Baumarten lernen.“
Die Erzieherin Katja erklärt, wieso jede der drei Kindergartengruppen einmal in der Woche in den Wald kommt: „Dort ist Zeit für die Wunder der Natur.“ Außerdem stärke die frische Luft das Immunsystem und es tue gut, in unserer hektischen Welt die Stille der Natur zu erfahren.
Die Kinder laufen auch an jedem Waldtag eine gute halbe Stunde von der Bushaltestelle in den Wald hinein. Das schaffen nicht nur die ältesten Sechsjährigen, sondern auch schon die Kleinsten mit ihren zweieinhalb Jahren. „Die Wurzelwege rauf und runter – das ist besser als jede Turnstunde“, sagt Katja und lacht.
Die Waldtage bringen auch etwas für die Zukunft der Kinder. „Wer in der Kindheit intensiv die Natur erfahren konnte, wird sie später auch eher schätzen und schützen“, heißt es auf einem Infoblatt des Kindergartens.
Ich zupfe mir am Ende meines Besuchs ein paar Blätter aus den Federn und wünsche den Kindern noch ganz viel Spaß beim Herumtoben und Entdecken.
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Einige Eindrücke dieses besonderen Tages.